Meine Tempo-30-Zone

Sonntag, 08.Juli 2018, 05:47 Uhr
Meine Tempo-30-Zone

An der Blasiikirche darf man seit einiger Zeit nur noch mit Tempo 30 vorbeifahren - wie auch ich inzwischen schmerzhaft gelernt habe. Das wird zwar eher an der belebten Marktpassage als an der Kirche liegen, aber ich finde es trotzdem gut, dass man dadurch langsamer und mit mehr Ruhe auf die Kirche zu fährt. Überhaupt tut uns mehr Langsamkeit nicht nur jetzt in der Ferienzeit wahrscheinlich gut. Immer mehr Menschen machen die paradoxe Erfahrung: je mehr Zeit wir sparen, desto weniger haben wir!

Vor über 200 Jahren schrieb schon der Göttinger Schriftsteller Lichtenberg: „Es gibt zwei Wege, das Leben zu verlängern: erstens, dass man die beiden Punkte geboren und gestorben weiter voneinander bringt und also den Weg länger macht... Die andere Art ist, dass man langsamer geht und die beiden Punkte stehen lässt, wo Gott will.“

Und seit über 2000 Jahren steht in der Bibel (1.Könige 19) die Geschichte vom Propheten Elija, die uns daran erinnert, dass Gott oft nicht im Großen und Lauten zu finden ist, sondern dass er meist unscheinbar und unerwartet ins Leben tritt. Es lohnt sich also, langsam und aufmerksam unterwegs zu sein!

Es gibt zwei Wege, das Leben zu verlängern, sagt Lichtenberg. Wenn wir dieses Thema nicht den Ärzten allein überlassen möchten, sondern den zweiten Weg wählen und langsamer unterwegs sein wollen, dann sind die Ferien eine günstige Zeit für die ersten Schritte.

Oder eben einfach der Weg zur Blasiikirche!


Wolf-Johannes von Biela, Nordhausen


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