Camille Saint-Saëns war in Niedergebra

Montag, 07.Januar 2019, 08:06 Uhr
Eine ganz andere Stimmung, als bei der 1. Aufführung in Blasii


Zu Epiphanias durften die Gottesdienstbesucher in Niedergebra noch einmal die Aufführung des Oratorio de Noël op. 12 von Camille Saint-Saëns erleben.
Und für manch einen war es tatsächlich ein "noch einmal". Selbst aus Nordhausen hatten sich Begeisterte ein zweites Mal auf den Weg gemacht. Die Kirchenältesten trugen zahlreiche zusätzliche Stühle herbei, bis jeder seinen Platz gefunden hatte.
Ganz nah beieinander

Und der Abend sollte sich auch für die "Wiederholungstäter" lohnen, denn die Aufführung in St. Nicolai veränderte den Zugang zum Werk sowie zu den Sängern und Instrumentalisten noch einmal. Es war fast wie ein großes Wohnzimmer-Konzert. Man saß Seite an Seite mit der Kantorei, konnte die Gesichter der Musikerinnen und Musiker während des Spiels beobachten. Die Stimmen der Solisten, ohne den räumlichen Abstand - der pure Genuss. Das "Halleluja" ging durch und durch.
Diese persönliche und auch klangliche Nähe ließ den Abend noch einmal wesentlich intensiver wirken.

Wie auch in Blasii am 2. Weihnachtstag mit Kantorei und -Orchester waren einigen Solisten zu hören: Felizia Frenzel (Sopran), Dorothea Hartmann (Mezzosopran), Marian Kalus (Tenor) und Stephan Heinemann aus Leipzig, Gesangslehrer beim Thomanerchor (Bariton). Unter Leitung von Michael Kremzow.
Ein fröhlicher Kantor
Der Applaus spiegelte die Begeisterung, was auch der "Zugabe" geschuldet war. Kantor Michael Kremzow ließ es sich auch in Niedergebra nicht nehmen, den Gottesdienst mit einem überraschenden Abschluss zu krönen. Er präsentierte sein Medley von Weihnachtsliedern mit Texten und Melodien aus den Popsongs Je ne parle pas français und Havana sowie den Klassikern Ich steh an deiner Krippen hier und O, du fröhliche. Man hätte tanzen mögen.
Kevin Stilzebach
Den Gottesdienst gestalteten übrigens Pfarrer Bernhard Halver und Kevin Stilzebach gemeinsam. Ein erstes Munkeln, dass Kevin Stilzebach (Student der Theologie) vielleicht der neue Pfarrer für Niedergebra sei, muss leider als Fake News enttarnt werden. Wenn auch die Vorstellung für die Gemeinde sehr wohltuend war. Die Beiden gemeinsam zu erleben, war fast wie eine Fortsetzung des Bekannten und weckte fröhliche Neugier auf die- oder denjenigen, der da wirklich kommen wird.
Dies ist nur die eine Hälfte des Gotteshauses

Doch mit dem Gottesdienst endete der Abend noch nicht. Der Epiphaniastag ist im Pfarrbereich Niedergebra traditionell das kleine Dankeschön für die Ehrenamtlichen. Man feiert gemeinsam Gottesdienst, lässt sich ein Süppchen schmecken und kommt vor allem ins Gespräch. Diese Komponente kam auch dieses Mal nicht zu kurz, nur dass man aus Platzgründen ins Dorfgemeinschaftshaus ziehen musste. Denn am Epiphaniastag 2019 waren neben den Ehrenamtlichen auch der Chor, die Musiker und alle Gäste eingeladen mitzufeiern.

So war denn dieser konzertante Gottesdienst fast schon wie ein kleiner Abschiedsabend für Pfarrer Halver, der den Kirchenkreis in Richtung Merseburg verlässt.

Abschiedsgottesdienst: 10. Februar, 14. Uhr, St. Nicolai, Niedergebra

Regina Englert

Kantorei, Orchester, Kantor & Solisten Seite an Seite mit den GottesdienstbesuchernDorothea Hartmann (Mezzosopran)Marian Kalus (Tenor)
Felizia Frenzel (Sopran)Stephan Heinemann (Bariton)Kantorei
KantoreiKantoreiKantorei
St. NicolaiSt. NicolaiGottesdienst zum Epiphaniastag
Orchester und Kantorei dicht beieinanderSopran und BaritonMarian Kalus (Tenor)
BaritonSopran, Mezzosopran, Bariton & 2 x AltHerzlichen Dank
KantoreiHerzlichen Dank

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