Zukunftswerkstatt im Kirchenkreis Südharz


Zukunftswerkstatt (Foto: EVKS)


Liebe Gemeindeglieder, liebe Interessierte,

vor Ihnen liegt die Handreichung zu unseren Zukunftswerkstätten. Ein Wort des Propheten Jeremia begleitet mich ganz persönlich in dieser Arbeit: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe lassen wegführen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl.“ (Jeremia 29,7)

Vielleicht fragen Sie sich, warum jetzt nun schon wieder ein neuer Ausschuss, ein neues Themenfeld? Haben wir in unseren Kirchengemeinden nicht schon genug zu erledigen? Oder aber Sie sagen: Na endlich, wird ja auch Zeit, dass man auch mit uns mal über die Zukunft spricht und uns nicht nur z.B. einen Stellenplan vorlegt und wir dann sehen müssen, wann ein Gottesdienst in unserer Gemeinde stattfindet oder ein Theologe zum Seelsorgegespräch vorbeikommt.

Welche möglichen Fragen Sie sich auch stellen, ich bin der Meinung, jede Frage ist richtig und hat ihre Berechtigung. Wichtig ist, dass wir mit dem Herzen denken, handeln und beten. Richtig, wichtig und gut ist es auch, dass wir miteinander ins Gespräch kommen, alle die wir aus eigenem Antrieb heraus ehrenamtlich oder hauptberuflich engagierte Menschen in unseren Kirchengemeinden sind.

Als ehrenamtlicher und hauptberuflicher Mitarbeiter in unserem Kirchenkreis und in der Landeskirche habe ich den Verdacht, dass es doch oft zu einfach und zu bequem scheint, immer nur Stellen zu kürzen, Pfarrhäuser zu verkaufen, Kriterien im Finanzgesetz nach unten oder oben anzupassen und zu klagen, dass wir Christen weniger werden. Das beschreibt aus meiner Sicht nur eine Reaktion und keine Aktion die nach vorne gerichtet ist. Wir sollten uns fragen und fragen lassen: Wollen wir die Verwalter eines Mangels sein und irgendwann das Licht in der Kirche ausknipsen oder vielmehr versuchen aktiv zu gestalten und uns gemeinsam auf den Weg machen unsere Zukunft in unseren Kirchen neu zu denken und zu verwirklichen.

Ist es nicht schöner und erfüllender gemeinsam über die Gestaltung unserer Zukunft in unseren Kirchengemeinden nachzudenken, wie schon der Prophet Jeremia sagte „Suchet nach der Stadt Bestes“?

Als Vorsitzender dieses Synodenausschusses unseres Kirchenkreises bin ich froh, dass wir in den letzten Monaten seit unserer Beauftragung durch die Kreissynode so gut vorangekommen sind und nun tatsächlich konkret die Werkstätten planen. Ich danke unserem Berater Herr Dr. Michael Funke (Die Beraterwerkstatt, Leipzig) und den Ausschussmitgliedern für die Unterstützung dieser wichtigen Arbeit.

Wir freuen uns darauf, die Werkstätten gemein- sam mit Ihnen zu gestalten und hier und da das Segel unseres (Gemeinde)Schiff es neu auszurichten.

Herzliche Grüße im Namen der Ausschussmitglieder

Michael Görk
Vorsitzender des Synodalausschusses
für die Zukunftswerkstatt


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Gottesdienstbausteine

Gottesdienstbausteine (Foto: EVKS)
Wir laden die Gemeinden im Kirchenkreis Südharz ein, folgende Bausteine für den Gottesdienst in ei¬nen Sonntagsgottesdienst zwischen dem 17. März 2018 und dem Termin für die Zukunftswerkstatt in ihrer Region ganz oder teilweise einzubauen.

Hinführung

Im heutigen Gottesdienst hören wir von der Zukunftswerkstatt in unserer Region am [Da¬tum einsetzen]. Dazu ist eine Handreichung mit Bausteinen für den Gottesdienst erschienen. Mit den Gemeinden in unserem Kirchenkreis nehmen wir diese in unser Beten und Singen, Hören und Schweigen mit auf.
Wir wollen miteinander Gottes Gegenwart fei¬ern und mit IHM nach Aufbruch und Neubeginn suchen, wo bisheriges nicht mehr trägt und an sein Ende gekommen ist. Wir wollen Gottes Gegen-wart feiern und uns durch IHN bestärken lassen in dem, was uns gelingt und fröhlich stimmt.
Der Herr, unser Gott, er segne uns diesen Gottes¬dienst und unseren Aufbruch in die Zukunftswerk-statt. Amen.
Psalm 96
Ps 96 nach EG 738

Schuldbekenntnis und Kyrie

Gott, vergib,
wenn ich behindere,
was du wachsen lassen willst.
Und vergib mir auch,
wenn ich fördere,
was gegen deinen Willen ist.

Gott, vergib,
wenn ich misstrauisch bin,
wo deine Verheißung gilt.
Und vergib mir auch,
wenn ich vertrauensvoll folge,
wo du zur Umkehr rufst.

Gott, vergib,
wenn ich ablehne,
was du liebst.
Und vergib mir auch,
wenn ich gern habe,
was dir nicht gefällt.

Nimm von mir meine Schuld und erbarme dich.
Auswahl an Kyrie-Gesängen
EG 178.1 bis 178.5; 178.6-178.14
freiTöne 39; 49; 51; 52; 59

Gnadenzusage und Gloria

Fürchte dich nicht,
ich bin mit dir.
Weiche nicht,
denn ich bin dein Gott.
Ich stärke dich,
ich helfe dir auch,
ich halte dich
durch die rechte Hand
meiner Gerechtigkeit. (Jes 41, 10.)
Auswahl an Gloria-Gesängen
EG 147,3; 180.1-180.3
freiTöne 50; 69; 71
Gloria-Kanon Taizé

Glaubensbekenntnis

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
dass auch unsere Fehler und Irrtü¬mer
nicht vergeblich sind,
und dass es Gott nicht schwerer ist,
mit ihnen fertig zu werden,
als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

(Dietrich Bonhoeffer, in: Widerstand und Ergebung)

Predigt

Ein unermesslicher Schatz - Predigt zu Matthäus 13,44-46
von Superintendent Andreas Schwarze

Gnade sei mit euch und Friede von
Gott, unserem Vater,
Christus, unserem Bruder,
und dem Heiligen Geist, unserem Tröster.
Amen.


Liebe Schwestern und Brüder,

Aufbruch und Neubeginn – diese beiden Worte sind für uns noch fest verbunden mit dem Reformationsjubiläum im letzten Jahr. Die uns alle verbindende Überschrift „Ein unermesslicher Schatz“ hat dabei viele Gemeinden des Kirchenkreises auf ihre eigenen Schätze neugierig gemacht – sie wurden aktiv und gingen auf Schatzsuche. Was sie dabei entdeckten, hat die Gemeinden und ihre Gäste gefreut und gestärkt. Mit diesem neuen Mut wollten wir in die Zeit nach dem Reformationsjubiläum gehen. Und nun stehen wir hier. Das Reformationsjubiläum mit allen seinen unermesslichen Schätzen scheint weit hinter uns und die Zukunftswerkstätten im Kirchenkreis mit allem, was dazugehört, liegen vor uns.

Der Predigttext für den heutigen Gottesdienst will uns an die Freude erinnern und den Mut in uns stärken. Wir gehen alle Schritte nicht alleine. Gott geht mit. Und so schenke er uns auch jetzt ein Wort für unser Herz und ein Herz für sein Wort. Amen.

Der Predigttext steht im Evangelium nach Matthäus im 13. Kapitel:

Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker.
Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.


Der Herr, unser Gott segne an uns sein Wort. Amen.

Waren Sie schon einmal auf Schatzsuche? So richtig mit einer Schatzkarte und Kompass, dem passenden Werkzeugen und einer großen Portion Neugier? Als Kind habe ich mit großer Spannung die Schatzsucher auf dem Weg zur Schatzinsel begleitet. Ihre Karte führte sie direkt zum verborgenen Piratenschatz. Ich gebe zu: die Neugier auf den Schatz des legendären Piratenkapitän Flint hat mit den Jahren nachgelassen. Auch die Suche nach dem Bernsteinzimmer – dem großen Schatz des 20. Jahrhunderts – regt kaum noch Interesse.

Da ging es dem zufälligen Schatzfinder in unserem Predigttext anders. Er fieberte nicht nach einem Schatz und hatte auch keine Schatzkarte dabei. Eher beiläufig und ganz zufällig stößt er auf das Kostbarste seines Lebens. Sofort tut er alles dafür, diesen Schatz zu besitzen. Dafür gibt er alles andere auf. Ein unermesslicher Schatz ändert alle bisherigen Pläne und Vorhaben. Jetzt zählt nur noch eines: diese Kostbarkeit gefahrlos zu bergen.

Wir erfahren nicht, wie viel der glückliche Schatzfinder für den Acker bezahlt hat. Wir erfahren auch nicht, wie vermögend er war. Wir erfahren nur: er hat alles für dieses Stück Land mit dem verborgenen, edlen Gut hergegeben.

Wie viele Gemeindeglieder haben seit Jahren alle ihre Kraft für ihre Kirchengemeinde gegeben. Im ehrenamtlichen Engagement haben sie ihre Gemeinde schon bereichert, als es das Wort Ehrenamtliche in unserer heutigen Form noch gar nicht gab. In manchen Familien sind bereits Generationen ehrenamtlich mit ihrer Kirchengemeinde verbunden. Sie sind ein unermesslicher Schatz, kostbar und wertvoll.

Mit der Zukunftswerkstatt entdecken wir unsere Schätze neu - in jeder Region, in jedem Pfarrbereich bis in unsere Gemeinde hinein. In unseren Schatztruhen finden sich treue Beter, fleißige und rührige Hände, wachsame Augen, mit ihrer Kirche verbundene Herzen, eifrige und bestimmende Töne für die eigene Sache, Aufmerksamkeit und Geduld.

Wenn es immer und überall so wäre und immer weiter so bliebe, dann müssten wir diese Schätze nur neu zum Glänzen bringen. Doch vielerorts müssen wir feststellen, dass die jungen Menschen ihren Heimatort verlassen und ihre persönliche Zukunft in den Metropolen suchen. Wir müssen feststellen, dass wir weniger werden und unsere Kraft dadurch leider auch nicht größer wird. Wir merken deutlich: hier verändert sich etwas und wie es sich verändert, gefällt uns nicht.

Pfarrbereiche und Aufgaben wachsen. Gottesdienste, Kinderkreise und die Zeit für ein unbekümmertes Gespräch werden hingegen immer weniger. Der unermessliche Schatz unserer Kirche leuchtet noch ein bisschen in Projekten und erinnert ansonsten an die gute alte Zeit.

Das gleiche ließe sich nun von der Perle sagen. Ihr Glanz ist stumpf geworden. Sie ist von einer altehrwürdigen Patina überzogen. Ihre Aura aber hat an Wirkkraft noch nichts eingebüßt.

Ist das so, liebe Schwestern und Brüder, dass Kirche wie eine matte Perle und ein unermesslicher aber verlorener Schatz daherkommt? Dann wird es Zeit unseren Predigttext noch einmal zu hören:

Die Kirche, unsere Gemeinde gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker.
Wiederum gleicht die Kirche, unsere Gemeinde einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.


Unsere Gemeinde ein Schatz, gar eine Perle?

Nein, wir schauen mal nicht auf das, was schon lange nicht mehr geht. Lassen wir uns doch einfach mal von der Freude dessen anstecken, der in unserer Kirche, in unserer Gemeinde einen Schatz findet. Lassen wir uns doch einmal bewegen zu ein paar Gedanken: Was müsste passieren, dass Menschen aus unserem Dorf und aus unserem Pfarrbereich in unsere Kirche kommen? Wie können wir ihnen Lust machen auf Kirche? Wie können wir sie einladen in unsere Gemeinde und offen sein für ihr Kommen?

Können wir lernen uns mit unseren wenigen Kindern auf den Weg zu machen zu ihren Freundinnen und Freunden und dort in Gemeinschaft Gottes Wort als den Schatz und die gute Perle zu erfahren? Ist das überhaupt zu schaffen, unsere Kirche auch am Sonntag zu öffnen – nicht für einen ganzen Gottesdienst, aber für ein einladendes Gebet?

Wie wäre es wenn wir das gemeinsam entdecken? Wäre es nicht spannend zu hören, was die Menschen aus ihrer Nachbargemeinde schon ausprobiert haben und womit sie gute Erfahrungen gemacht haben?

Die Zukunftswerkstatt in unserer Region möchte uns einladen. Wir können im Gespräch sein mit Gott und mit den Schwestern und Brüdern aus unserer Nachbarschaft. Wir können uns erzählen und zuhören. Wir können gemeinsam Schatzsucherinnen und Schatzsucher sein.

Das Gleichnis vom unermesslichen Schatz und der kostbaren Perle zeugt von Vertrauen und Bewegung: Vertrauen auf Gott, dass auch wir in unserer Gemeinde einen solchen unermesslichen Schatz entdecken – und nicht nur wir: auch andere laden wir dazu ein. Das setzt uns in Bewegung, jede und jeden gerade so, wie uns Gott es geschenkt hat: die einen schnell und agil, die anderen langsam und solide. Gemeinsam bringen wir mit Gottes Hilfe den unermesslichen Schatz zum Leuchten und polieren dabei die kostbare Perle mit auf.

Mir gefällt diese Idee gut, sehr gut sogar. Ich finde in dem Predigttext alles, was wir dazu brauchen und entdecke dabei, dass wir das sogar schon haben. Einmal vergleicht Jesus das Himmelreich mit etwas Materiellem - einem Schatz, der gefunden wird. Beim nächsten Mal vergleicht er es mit einem Menschen – dem Kaufmann, der die Perle sucht.

Wenn wir das für uns übersetzen, dann haben wir diesen materiellen Schatz in unseren Kirchengebäuden, Pfarrhäusern und Grundstücken, den schicken Orgeln und neu gestalteten Räumen. Darüber hinaus aber sind wir es selbst, liebe Schwestern und Brüder, getaufte Christinnen und Christen. Beides möge ein Zeugnis sein für Gottes Hiersein bei uns: unsere Kirchen und wir selbst.

Zukunftswerkstatt heißt nicht Abriss aller Gebäude und Verkauf allen Besitzes. Es heißt aber womöglich einen neuen Umgang damit und im schmerzlichen Fall auch Loslösen von einzelnen Gebäuden, wo sie eher Last als Lust und eher Frust als Freude sind. Zukunftswerkstatt heißt nicht, dass wir grundsätzlich das Alte für schlecht halten und alles Neue für gut befinden.

Zukunftswerkstatt ist ein Stück Aufbruch und Neubeginn. Zukunftswerkstatt ist Hören auf Gottes Wort, bitten um richtige Entscheidungen und Losgehen. Das machen wir zusammen: in unserer Region, im Pfarrbereich und in der Gemeinde.
Das Reformationsjubiläum hat uns allen gezeigt, dass in unseren Kirchengemeinden Gottes Geist seine Wirkkraft entfaltet. Darauf vertrauen wir auch, wenn wir Zukunft für unsere Kirchengemeinden denken.

Schatzsucher um Christi willen; meine Neugier ist wieder geweckt. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.
Predigtlied
EG 395,1-3

Fürbitten

1. Herr Jesus Christus, du schenkst uns Lebens¬kraft und Lebensmut. Du kennst unsere Wege in der Familie, in der Gemeinde und in der Welt. Du weißt, wie schwer es uns fällt, Liebgewordenes loszulassen. Doch manchmal öffnen sich erst dann neue Möglichkeiten, wenn wir nicht mehr festhalten, was vergangen ist. Hilf uns Abschied zu nehmen! Wir bitten dich um deine Kraft, uns von Bindungen und Erwartungen zu lösen, die neues Wachstum verhindern. Wir rufen zu dir:

Alle: Kyrie eleison (EG 178,9)

2. Himmlischer Vater, dein Reich verheißt uns Leben in Fülle. Du selbst willst unter uns wohnen. Es lohnt sich alles herzugeben für die kostbare Perle deiner Liebe und Gegenwart. Wir bitten dich: Wirke unter uns! Lass sprudeln die Quellen deiner lebendigen Kraft. Rühre uns an, dass wir an deinem Reich bauen. Große und Kleine, Arme und Reiche, jeder ist eingeladen, an deinem Tisch Platz zu nehmen. Lass uns einladend sein und die Arme öffnen für alle, die dich suchen. Wir rufen zu dir:

Alle: Kyrie eleison (EG 178,9)

3. Heiliger, guter Geist Gottes, bewege unsere Herzen und Gedanken . Durchströme uns mit dem Wind der Veränderung und schenke uns die Hoffnung, dass aus jeder Veränderung viel Gutes entstehen kann. Lass uns nicht resignieren, son¬dern mutig nach vorn schauen.
Nimm jeden von uns an dein Herz, bewahre und schütze unseren Glauben. Lass uns wachsen zu dir hin! Wir rufen zu dir:

Alle: Kyrie eleison (EG 178.9)

Alles, was uns bewegt, legen wir in Deine Hän¬de. Bewege du uns durch deinen Geist und höre uns, wenn wir gemeinsam beten: Vater unser im Himmel…

Sendung und Segen

Schwestern und Brüder, erhebt euch zum Segen,
fasst die Hände eurer Nachbarinnen und Nachbarn zu beiden Seiten.

Gesegnet seid ihr, die ihr euch auf Gott verlasst
und eure Zuversicht auf Gott setzt.
Ihr seid wie ein Baum, am Wasser gepflanzt,
der seine Wurzeln zum Bach streckt.
Wenn Hitze kommt, fürchtet ihr euch nicht,
eure Blätter bleiben grün.
Ihr sorgt euch nicht, wenn ein dürres Jahr kommt,
ohne aufzuhören bringt ihr Früchte.
Gesegnete seid ihr.
Gehet hin im Frieden!

(nach Jer 17,7+8, aus: Evangelisches Gottesdienst¬buch, S. 676)


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Regionale Zukunftswerkstätten

Zukunftswerkstatt in den Regionen (Foto: EVKS)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

wann hat sich das letzte Mal in ihrem Leben etwas verändert? Und sie mussten schmerzhaft feststellen: So geht es nicht weiter!
In unseren Kirchgemeinden passiert momentan genau das. Wir spüren, das Gewohnte verändert sich. Kirchliche Mitarbeiter müssen immer größere Gebiete betreuen und können nicht mehr allen gerecht werden. Auch manchen Ehrenamtlichen wird die Last der Aufgaben zu viel. Da wird schnell klar: So kann und wird es nicht weiter gehen!

Uns allen stellen sich einige Fragen:
  • Wo wollen wir hin mit unserem Glauben, mit unseren lieb gewordenen Ritualen – ja mit unserer Kirche?
  • Gibt es neue Wege und offene Türen, Glauben zu leben?
  • Wo finden wir Kraft für unseren Alltag?
  • Was lässt uns lebendig und froh werden?
  • Was brauchen wir von „Kirche“ und wie wollen wir Zusammenleben gestalten?


Haben Sie Lust und Zeit, gemeinsam neue Möglichkeiten für unser Leben als Christenmenschen zu entdecken?

Wollen Sie den Aufbruch wagen in eine neue Zeit? Wir alle wissen nicht, was uns Veränderung bringt. Aber wir halten es selbst mit in den Händen. Jeder von uns hat die Möglichkeit, aktiv mit zu gestalten! Dazu laden wie Sie recht herzlich ein zu unseren Zukunftswerkstätten! Gott befohlen!

Ihre Corina Sänger – Im Namen des Zukunftsausschusses

Schaubild Regionale Zukunftswerkstätten: Handreichung S. 7


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Region Nord-West

Zukunftswerkstatt Region Nord-West (Foto: EVKS)

Vorstellung der Gruppenarbeit (Foto: R. Englert)

Zur Region Nord-West gehören:
Pfarrbereich Großbodungen
Großbodungen, Hauröden, Haynrode, Wallrode
Pfarrbereich Silkerode
Bockelnhagen, Epschenrode, Silkerode, Stöckey, Weißenborn-Lüderode, Werningerode, Zwinge
Pfarrbereich Trebra
Branderode, Etzelsrode, Friedrichsthal, Holbach, Klettenberg, Liebenrode, Limlingerode, Mackenrode, Obersachswerfen, Pützlingen, Schiedungen, Trebra


Bericht aus der Werkstatt:

Anfang Mai trafen sich gut 30 Teilnehmer zur 1. Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises Südharz in Großbodungen. Vom Veranstalter bis zum Teilnehmer waren alle gespannt, was der Tag wohl bringen möge. Man hatte sich getroffen, um über die Zukunft der Kirche, der Gemeinde zu sprechen. Mitdenker aus den Pfarrbereich Großbodungen, Trebra und Silkerode hatten sich eingefunden. Darunter Hauptamtliche wie Pfarrerinnen und Gemeindepädagoginnen, ehrenamtliche Gemeindekirchenratsmitglieder und eine erfreulich große Gruppe an Gemeindemitgliedern aus Silkerode. Alle Generationen waren vertreten, auch sechs Kinder und Jugendliche, was die Diskussion noch spannender und lebendiger werden ließ. Superintendent Andreas Schwarze begrüßte sie im liebevoll hergerichteten Schützenhaus, um gemeinsam den Garten Gottes zu bewirtschaften. Und geackert haben die Teilnehmer wirklich. Die Köpfe rauchten zum Schluss, doch die Gesichter strahlten Zufriedenheit aus. Wer befürchtet hatte Tag vollgepackt mit Vorträgen und klugen Worten „absitzen“ zu müssen, erlebte erfrischend anderes. Dr. Michael Funke von der Beraterwerkstatt Leipzig moderierte die Veranstaltung lediglich. Er gab immer neue Impulse für Diskussionen in wechselnden Gruppenzusammensetzungen und leitete die anschließende Präsentation der Ergebnisse. So kam jeder mit jedem ins Gespräch, konnten Erfahrungen ausgetauscht und Ideen für die zukünftige Arbeit ganz konkret entwickelt werden. In manchem Gespräch mussten später Hände und Füße mit herhalten, um dem Gesagten noch mehr Ausdruck zu verleihen. Man spürte deutlich, dass sich hier Menschen getroffen haben, denen die Kirche, von Dorf bis weltweit, wichtig ist. Selbst in der Mittagspause wurde munter weiter diskutiert. Hier ein paar Themen des Tages.
Ganz konkret brachten die Jugendlichen ihre Wünsche mit ein:
- mehr Freizeitaktivitäten für Jugendliche anzubieten;
- das Problem des Transports zur Jugendkirche nach Nordhausen in Angriff zu nehmen;
- Räumlichkeiten für die Jugendlichen auch vor Ort herzurichten;
- Jugendliche sollten im Gottesdienst von ihren Gruppen und Aktivitäten berichten können.
Als weitere Ergebnisse des Tages soll in Angriff genommen oder vorbereitet werden:
- der Druck eines Flyers mit Terminen zur Kirchenmusik im ganzen Kirchenkreis;
- es wurde gebeten auch noch über andere Kommunikationswege als Gemeindebrief, Homepage und facebook nachzudenken; wobei einige nun konkret über denn Druck eines Gemeindebriefes nachdenken;
- die Gründung von Männergruppen in den Gemeinden, bislang stehen Kinder, Frauen und Senioren im Fokus;
- Martini nicht nach der Andacht und dem Umzug enden zu lassen, sondern noch beisammen zu bleiben und beispielsweise zu grillen;
- Traditionen wie die Kirmes teils wiederzubeleben und nicht aussterben zu lassen, dabei die Jugendlichen mit ins Boot zu holen. Der reiche Schatz kirchlicher Feste soll gefeiert werden;
- ein Generationenhaus mit kirchlichem Profil einzurichten, als Treffpunkt für alle wurde angedacht;
- es wurde gebeten eine Weiterbildung Ehrenamtlicher anzubieten, die Krankenbesuche machen und manchmal nach dem richtigen Wort ringen;
- ganz allgemein wurde um intensivere Begleitung und Anleitung der Ehrenamtlichen gebeten;
- den Besuchsdienst auf alle Geburtstagskinder der Gemeinde auszuweiten war eine Idee. Warum immer nur die Senioren besucht würden, wurde in die Runde gefragt;
- die Sommerkirche als Konzept nahm man von anderen dankbar auf – nur ein Gottesdienst im Sommer pro Woche im Pfarrbereich an wechselnden Orten, doch der besonders schön, mit viel Musik, gemeinsamem Essen, Fahrdienst;
- über die Arbeit mit Kindern vor Ort wurde nachgedacht, ob man nicht doch Ehrenamtliche findet, die gern eine kleine Gruppe übernehmen würden und dazu Anleitung bekommen;
- über zukunftsfähige Konzepte für den Bau und die Nutzung an kirchlichen Gebäuden solle rechtzeitig nachgedacht werden;
- darunter auch der Gedanke aus den Reihen der Teilnehmer, ob es nicht eine Hauptkirche pro Pfarrbereich oder Kirchspiel geben solle. Entsprechend solle man Konzepte entwickeln, wie die anderen Gebäude genutzt werden können.
Um 16 Uhr stand dann übrigens nicht die „Schlussrunde“ auf dem Tagesplan, sondern „raus damit in die Welt“. Und so wird es sein. Die Teilnehmer nehmen die frischen Ideen mit in ihre Gemeinden, ihre Gemeindekirchenräte und Konvente der hauptamtlichen Mitarbeiter, um sie dort weiterzudenken und umzusetzen. Ein sehr guter Anfang ist gemacht. Haupt- und Ehrenamtliche haben neue Wege für sich entdeckt, die sie gemeinsam gehen möchten. Gemeinschaft und das gemeinsame Essen waren der rote Faden, der sich letztlich durch die meisten Ideen zog. Mit zukunftsträchtigen Ideen haben sich die Teilnehmer wieder an ihre Wurzeln erinnern lassen. Ein schöneres Ergebnis kann wohl niemand erwarten.

Regina Englert



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Region Süd-West

Zukunftswerkstatt Region Süd-West (Foto: EVKS)
Zur Region Süd-West gehören:
Pfarrbereich Bleicherode
Bleicherode, Lipprechterode, Kleinbodungen, Kraja
Pfarrbereich Niedergebra
Elende, Friedrichslohra, Friedrichsrode, Großberndten, Großwenden, Hainrode, Kleinberndten, Münchenlohra, Niedergebra, Obergebra
Pfarrbereich Sollstedt
Ascherode, Bernterode, Buhla, Gerterode, Rehungen, Sollstedt, Wülfingerode
Pfarrbereich Wipperdorf
Hain, Kehmstedt, Kleinfurra, Möhrbach, Nohra, Wernrode, Wipperdorf, Wolkramshausen, Wollersleben


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Region Nord-Ost

Zukunftswerkstatt Region Nord-Ost (Foto: EVKS)

Zukunftswerkstatt in der Ev. Grundschule Nordhausen (Foto: R. Englert)

Zur Region Nord-Ost gehören:
Pfarrbereich Ellrich
Appenrode, Ellrich, Gudersleben, Mauderode, Sülzhayn, Werna, Woffleben
Pfarrbereich Großwechsungen
Großwechsungen, Großwerther, Günzerode, Haferungen, Hesserode, Hochstedt, Hörningen, Immenrode, Kleinwechsungen, Kleinwerther
Pfarrbereich Ilfeld
Buchholz, Harzungen, Herrmannsacker, Ilfeld, Neustadt, Niedersachswerfen, Osterode, Rothesütte, Sophienhof
Pfarrbereich Nordhausen Salza-Niedersalza
Herreden, Krimderode, NDH Salza-Niedersalza, Rüdigsdorf


Bericht über die 3. Zukunftswerkstatt:

Die Weisheit der Alten und die Flexibilität der Jungen

Herzlich Willkommen zur 3. Zukunftswerkstatt – dieser freundliche Empfang, auf eine Tafel gemalt, begrüßte die Besucher der Ev. Grundschule am Samstag in Nordhausen. Einen ganzen Tag lang arbeiteten in den Schulräumen gut 50 Teilnehmer aus den Pfarrbereichen Niedersachswerfen, Großwechsungen, Ellrich, Ilfeld und Nordhausen Salza-Niedersalza an der Zukunft der Kirche.

Von flammenden Plädoyers bis zu fast verzweifelten Fragen bot der Tag eine große Bandbreite an Emotionen und später auch Ergebnissen.

Und wieder einmal waren es die jungen Menschen, die die „alten Hasen“ an die Basis all ihres Tuns erinnerten. „Solange wir Gottes Wort bewahren, ist es ihm egal, welche Musik wir im Gottesdienst spielen“, wies Dominik Ahlert aus der Gemeinde Salza seinen Zuhörern den Weg. Arvid Büntzel von der Herzschlag Jugendkirche schlug den Bogen zwischen den Generationen: „Wir brauchen die Weisheit der Alten und die Flexibilität der Jungen.“ Dass junge Menschen jedoch von älteren Gemeindemitgliedern immer wieder gern mit einem „Das war schon immer so“ in ihren Aktivitäten ausgebremst würden, trug Jana Eichel aus Ellrich in einem sehr persönlichen flammenden Plädoyer für eine stärkere Einbeziehung der Jüngeren vor.

Ganz intensiv wurde am Samstag immer wieder das Thema Arbeit mit Kindern diskutiert. Im Pfarrbereich Großwechsungen ist sie das große Sorgenkind. Seit etlichen Jahren, so Pfarrer Jochen Lenz, gebe es keine Kontinuität mehr in seinen Gemeinden. Diese Arbeit mit den Jüngsten müsse vor Ort geschehen, da brauche es eigentlich mehr als eine Gemeindepädagogin. Superintendent Andreas Schwarze konnte hier auf Modellprojekte des Kirchenkreises mit Ehrenamtlichen hinweisen, die diese Arbeit in den Gemeinden übernehmen. Teils sind sie gänzlich ehrenamtlich aktiv und teils mit einer kleinen Aufwandsentschädigung. Diese Arbeit soll gestärkt werden, indem sie von den Gemeindepädagoginnen angeleitet und begleitet wird. Die große Gruppe der Teilnehmer aus dem Lenzschen Pfarrbereich will sich nun nach jungen Müttern oder junggebliebenen Großmüttern umsehen, die diese Arbeit gern übernehmen würden. So könnte sie vielleicht in allen Orten weiter angeboten werden. Wie wertvoll diese Kinderstunden auch für die Erwachsenen sind, wussten einige Teilnehmer zu erzählen, die vor Jahren neu hinzugezogen waren. Nicht selten ist ihr erster Kontakt zur Gemeinde aus diesen Kindergruppen erwachsen. Die Arbeit mit Kindern wird zukünftig eines der großen Themen des Kirchenkreises sein, das wurde erneut deutlich.

Neben der aktiven Suche nach Ehrenamtlichen in Großwechsungen gab es weitere konkrete Ergebnisse. Im Pfarrbereich Salza möchte man die Idee der Gebetsinformationen von Dominik Ahlert unterstützen. Es sollen regelmäßig Fürbitten-Gebete für die Arbeit an der Zukunft der Kirche zusammengetragen und an die Gemeinden zum Gebet weitergegeben werden. Eine Aufgabe an der sich alle Gemeinden beteiligen können. Pfarrer Heimrich wusste zu berichten, dass sich Ilfeld kleine Erprobungsräume schaffen möchte. Gedacht ist beispielsweise an Mittwochabend-Andachten in wechselnden Kirchen und an einen kreativen Handarbeitskreis, um einmal auf andere Gruppen zuzugehen. In Ellrich wollen die Gemeindevertreter zunächst gedanklich aufräumen, um Platz für neue Ideen zu schaffen.

Neu wird ein Button auf der Homepage des Kirchenkreises für die Arbeit des Frauenteams sein. Er soll demnächst Kontaktdaten zum Frauenteam und zu einer speziellen Frauen-Seelsorge anbieten. Auch besondere Frauen-Termine werden dort sichtbar sein.

Superintendent Andreas Schwarze nahm für sich die Idee einer Gottesdienst-Auszeit aus diesem Tag mit. „Warum nicht einmal Gottesdienstpausen in den Gemeinden einlegen und stattdessen vor Ort überlegen, wie Kirche mit den Menschen wieder ins Gespräch kommen kann?“, warf er in die Runde. Was noch bei der ersten Werkstatt beinahe revolutionär erschien, reift mittlerweile zu der Überlegung, dass diese Auszeit wertvoller sein könnte, als ein Weiter-so.

Trotz aller selbstverständlicher Schnittpunkte der drei bisherigen Zukunftswerkstätten, gab es auch dieses Mal wieder ganz eigene leidenschaftlich diskutierte Themen, eigene Ideen.

Was wird wohl die nächste 4. Werkstatt am 23. Juni im St. Marien-Hospital in Bleicherode bringen, wenn sich die Pfarrbereiche Niedergebra, Wipperdorf, Sollstedt, Bleicherode und Lipprechterode treffen? Wer Lust hat mitzudenken, ist herzlich eingeladen.
Anmeldung im Büro des Superintendenten (Tel. 03631-6099-15) wäre nett, da das Mittagessen geplant werden muss.

Regina Englert


Ein zusätzliches sehr interessantes Angebot war die WERKSTATTWOCHE zur zukünftigen Nutzung unserer Kirchen in Ellrich vom 22.-26. Mai 2018. Es war ein Modellprojekt der IBA Thüringen und der EKM. Wer schon von der Querdenker-Aktion begeistert war, der fand hier die spannende Fortsetzung.

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Welch´ ein herzliches Willkommen in der Ev. Grundschule (Foto: R. Englert)
Der Anfang eines gesprächsreichen Tages (Foto: R. Englert)
Auf, auf mit den Fragen zu immer neuen Partnern (Foto: R. Englert)
Schön, dass auch dieses Mal alle Generationen vertreten waren (Foto: R. Englert)
Die Jugend unter sich (Foto: R. Englert)
Wir interviewen uns gegenseitig, auch an der frischen Luft (Foto: R. Englert)
Wir belegen den gesamten Schulhof (Foto: R. Englert)
Sogar die Tür wird benutzt (Foto: R. Englert)
Es geht aber auch im Sitzen (Foto: R. Englert)
Oder auf der Schultreppe (Foto: R. Englert)
Nächste Runde, die Gruppen werden größer (Foto: R. Englert)
Wir sortieren uns nach den Farben unserer Fragebögen (Foto: R. Englert)
An allen Tischen wird heiß diskutiert (Foto: R. Englert)
Und zusammengetragen (Foto: R. Englert)
Nur noch 2 Minuten, dann geht´s in die nächste Runde (Foto: R. Englert)
Wer schreibt, der bleibt (Foto: R. Englert)
Der Spaß kommt nie zu kurz (Foto: R. Englert)
Dr. Funke lässt uns arbeiten und genießt die Pause (Foto: R. Englert)
Jetzt aber ran mit dem Ergebnissen an die Tafeln (Foto: R. Englert)
Schön sortieren (Foto: R. Englert)
Manchmal braucht es viele Hände (Foto: R. Englert)
Und nun der Vortrag vor dem Plenum (Foto: R. Englert)
Jeder stand fest in seinem Thema (Foto: R. Englert)
Auch gemeinsam wurde vorgetragen (Foto: R. Englert)
Eine flammende Rede von Jana Eichel, die junge Generation zu erhören (Foto: R. Englert)
Dieser Vortrag von Arvid war druckreif (Foto: R. Englert)
Frage (Foto: R. Englert)
Antwort (Foto: R. Englert)
Frage (Foto: R. Englert)
Antwort (Foto: R. Englert)
Frage und Antwort (Foto: R. Englert)
Frage (Foto: R. Englert)
Viele Antworten (Foto: R. Englert)
Nächste Runde (Foto: R. Englert)
Die Ergebnisse (Foto: R. Englert)
Unser Superintendent erhebt leidenschaftlich das Wort (Foto: R. Englert)
Die nächste Gruppe von Christine Heimrich (Foto: R. Englert)
Corina Sänger hatte die Arbeit mit Frauen zum Thema (Foto: R. Englert)
Ein Streiter für das Wort Gottes mit seiner Idee einer Fürbittenaktion (Foto: R. Englert)
Eine etwas frustierte Gruppenarbeit zum Thema Arbeit mit Kindern, die jedoch sehr beruhigt nach Hause ging (Foto: R. Englert)

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Region Süd-Ost

Zukunftswerkstatt Region Süd-Ost (Foto: EVKS)
Viele Ergebnisse wurden im Laufe des Tages vorgestellt (Foto: R. Englert)
Zur Region Süd-Ost gehören:
Pfarrbereich Heringen
Auleben, Hamma, Heringen, Uthleben, Windehausen
Pfarrbereich St. Blasii-Altendorf
NDH St. Blasii-Altendorf, Petersdorf
Pfarrbereich St. Jacobi-Frauenberg
Bielen, NDH St. Jacobi-Frauenberg, Steinbrücken, Sundhausen
Pfarrbereich Urbach
Bösenrode, Görsbach, Leimbach, Steigerthal, Urbach

Bericht aus der Werkstatt:

Zahlreiche neue Ideen wurden erarbeitet + eine Überraschung

Gut 50 Menschen aus den Pfarrbereichen Nordhausen Blasii-Altendorf, St. Jacobi-Frauenberg, Heringen und Urbach diskutierten am Samstag im Vereinshaus in Urbach munter und durchaus kontrovers über die Zukunft der Kirche. Haupt- und Ehrenamtliche, Ältere und Jüngere sorgten unter der Leitung von Dr. Michael Funke, von Die Beraterwerkstatt Leipzig, für eine bunte Mischung an Ideen.

Unter den Gästen auch Karin Busch, die Bürgermeisterin des Nordhäuser Ortsteils Steigerthal. Alles für sie Wichtige wird es nun in ihre Gemeinde tragen. Mitglieder des Gemeindekirchenrates, Feuerwehr, Vereine, jeder für den es wertvoll sein könnte, wird von ihr demnächst eingeladen, um das Gehörte gemeinsam für den Ort umzusetzen. Die Gemeinschaft von Kirche und politischer Gemeinde ist ihr wichtig. Dies ist nur ein Beispiel für die konkreten Ergebnisse, die dieser Tag hervorgebracht hat.

Ein großer Dank muss auch Urbachs Bürgermeister Jürgen Vopel ausgesprochen werden, der das Vereinshaus zur Verfügung stellte.

Für ein ganz anderes Ergebnis sind Lea und Lukas, zwei junge Menschen, verantwortlich. Kirche, erzählten beide, sei für sie eine herzliche und fröhliche Gemeinschaft, die sie vergleichbar nirgends fänden. Diese Gemeinschaft werde Kirche auch in Zukunft tragen, da sind sie voller Vertrauen. Lea Schnell kam als Studentin von Schwerin nach Nordhausen und fand im KILA (Kinder-Kirchen-Laden in St. Blasii, Nordhausen) ihre ehrenamtliche Heimat. „Die vertrauten Lieder, der Umgang mit den Kindern, das hat mich gleich angesprochen“, sagt sie. Lukas Nießen, der seinen Bundesfreiwilligen Dienst bei der Herzschlag Jugendkirche absolviert, und auch Lea Schnell halten die Herzlichkeit im Miteinander für die große Stärke der Kirche. Nirgends werde man so individuell mit seinen Talenten aufgenommen wie bei der Kirche. „Wenn du beim Fußball nicht ordentlich kickst, dann bist du draußen. Bei der Jugendkirche machst du die Technik, die Deko, gestaltest den Gottesdienst mit, stehst hinter der Theke, machst Musik, was auch immer, jeder findet seine Nische und ist gleich viel wert“, erzählt Lukas aus tiefer Überzeugung. „Dieses offene Aufeinander-Zugehen aller Generationen, aller sozialer Schichten, die gemeinsame Basis durch den Glauben, wo gibt es denn Vergleichbares?“, fragt die Studentin. „Manchmal muss man wohl von der Jugend an die uralten Stärken der Gemeinde erinnert werden“, schmunzeln die Zuhörer nachdenklich und bewegt.

Doch zurück zu den konkreten Ergebnissen. In Heringen wurde verabredet, dass man versuchen wolle, die verschiedenen Orte des Pfarrbereichs an einen Tisch zu bekommen, um über Gemeindegrenzen hinweg wieder stärker miteinander ins Gespräch zu kommen. In Urbach will man eine Gemeindeversammlung einberufen, um mit allen Interessierten gemeinsam zu besprechen, was die Bedürfnisse der Gemeinde sind und wer diese Aufgaben übernehmen könnte. In Frauenberg will man die Familienarbeit und die Zusammenarbeit der Gemeinden stärken. Blasii hat sich nach diesem intensiven Tag ein Überdenken der Gottesdienste vorgenommen. Vielleicht könnten Kultur-Gottesdienste oder in Verbindung mit der Jugendkirche neue junge Gottesdienstformen entstehen.

Eine weitere Idee war die Schaffung einer Stelle für Familienkirche. Familienkirche ist ein spezielles Gottesdienstkonzept, das in Bleicherode und neuerdings auch in Blasii bereits mit Erfolg praktiziert wird. Hier feiern alle Generationen gemeinsam mit vielen aktiven Elementen Gottesdienst.

Diesen Ergebnissen waren viele Gespräche voraus gegangen. Themen beispielsweise, wie man Familien stärker einbeziehen könnte, kamen in die Runde. Großeltern-Enkel-Freizeiten und mobile Familien-Gottesdienste an wechselnden Orten wurden überlegt. Das Thema Umwelt, die Bewahrung der Schöpfung müsse wieder einen größeren Stellenwert im Kirchenkreis bekommen, da gebe es viel zu tun. Wie neue Ehrenamtliche gewonnen werden können, bewegte eine Gesprächsrunde, ebenso wie die Frage nach Gottesdienstformen und -terminen. Warum nicht mal zu einer anderen Zeit, wurde gefragt. Die Missionierung wurde bewegt, fehlt es den Kirchenmitgliedern hier an Sprachfähigkeit über ihren Glauben? Wichtig war auch die Frage, wie man kleine Gemeinden wieder beleben könne. Zeiten ohne festen Pfarrer mit wechselnden Vertretungen haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Doch die Menschen, die in Urbach zusammenkamen, zeigten deutlich, dass sie für ihre Kirche brennen und dass sie gewillt sind, neue Wege zu gehen.

Das weckt die Lust auf die 3. Zukunftswerkstatt nächsten Samstag, von 9.30-16.00 Uhr in der evangelischen Grundschule. Eingeladen sind dann alle Interessierten aus den Pfarrbereichen Ellrich, Großwechsungen, Ilfeld und Nordhausen Salza-Niedersalza.

Regina Englert

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Zukunftswerkstatt in Urbach (Foto: R. Englert)
Begrüßungsrunde (Foto: R. Englert)
Begrüßungsrunde 2 (Foto: R. Englert)
Begrüßungsrunde 3 (Foto: R. Englert)
Begrüßungsrunde 4 (Foto: R. Englert)
Begrüßungsrunde 5 (Foto: R. Englert)
Begrüßungsrunde 6 (Foto: R. Englert)
Andacht mit Superintendent Schwarze (Foto: R. Englert)
Tagesplanung mit Dr. Michael Funke von Die Beraterwerkstatt Leipzig (Foto: R. Englert)
Neue Gesprächsgruppen formieren sich (Foto: R. Englert)
Es wird spannend (Foto: R. Englert)
Erste Ergebnisse werden zusammengetragen (Foto: R. Englert)
Frisches Obst zur Stärkung erwartete die Mitdenker von Anfang an (Foto: R. Englert)
Ohne Christina Raue-Fuchs ging gar nichts an diesem Tag (Foto: R. Englert)
Präsentation der "Gelben Gruppe" (Foto: R. Englert)
Das Ergebnis der Gelben (Foto: R. Englert)
Gut 50 Menschen dachten gemeinsam über die Zukunft der Kirche nach (Foto: R. Englert)
Die "rote Gruppe" erläutert ihre Erkenntnisse (Foto: R. Englert)
Die roten Ergebnisse (Foto: R. Englert)
Cornelia Georg von der grünen Gruppe (Foto: R. Englert)
Die grünen Ergebnisse (Foto: R. Englert)
Michael Görk für die Hellgelben (Foto: R. Englert)
Die hellgelben Erkenntnisse (Foto: R. Englert)
Die "blaue Gruppe" stellt vor (Foto: R. Englert)
Die blauen Erkenntnisse (Foto: R. Englert)
Rüdiger Neitzke präsentiert Neues (Foto: R. Englert)
Alles lauscht (Foto: R. Englert)
Gespräche auch im kleinen Kreis (Foto: R. Englert)
Auch beim Essen keine Stille (Foto: R. Englert)
Wo haben Sie Lust weiter mitzudenken? (Foto: R. Englert)
An der frischen Luft geht es weiter (Foto: R. Englert)
Die Ergebnisse der Gruppen (Foto: R. Englert)
Ergebnis Thema Familienkirche (Foto: R. Englert)
Ergebnis Thema Umwelt (Foto: R. Englert)
Ergebnis Thema Ehrenamtlichengewinnung (Foto: R. Englert)
Ergebnis Thema Gottesdienste - neue Formen (Foto: R. Englert)
Ergebnis Thema Missionierung (Foto: R. Englert)
Ergebnis Thema Erwachsenwerden im Glauben (Foto: R. Englert)
Ergebnis Thema Gemeinden wieder lebendig werden lassen (Foto: R. Englert)
Abschlussrunde mit Gebet und Segen (Foto: R. Englert)