Vom Suchen und Finden

Sonntag, 02.Dezember 2018, 05:44 Uhr
Plötzlich ist die Adventszeit da. Mit ihr zusammen begann wie jedes Jahr das Suchen. Wo sind die Weihnachtssachen zum Schmücken? Hatten wir nicht mehr Engel für die Fensterbank? Das Jesuskind ist aus dem Karton verschwunden. Ich bin mir sicher, dass ich es letztes Jahr zurückgelegt hatte.

Spätestens ab diesem Moment müssen alle beim Suchen helfen. Die ruhige Zeit des Jahres beginnt bei uns traditionell mit Suchen. Während wir uns auf die Spur vom Jesuskind machen, finden sich Fotos, die wir uns zusammen anschauen oder Basteleien aus dem letzten Jahr, an die wir uns erst jetzt wieder erinnern. Nebenbei läuft weihnachtliche Musik. Das Suchen wird zu einem Finden. Einem Finden von wunderbaren Schätzen, die über die Hektik des Jahres in Vergessenheit geraten sind. Einem Finden von Geschichten, die die Schnappschüsse auf den Fotos erzählen. Wir erleben beim Suchen, ganz nebenbei, wertvolle Familienzeit. Es kehrt Ruhe ein.

Das Suchen wird weniger. Wir kuscheln, schauen Fotos und lauschen der Musik. Da sehe ich etwas im Spielzimmer meiner Kinder stehen. Das Jesuskind steht auf dem Kaufladen. Ich frage meine Tochter, was es da macht und sie antwortet mir in kindlicher Art und Weise. Jesus wartet auf uns. Wir müssen ihn nach unserem Suchen nur noch finden. So einfach ist das. Wenn wir aufhören nach Dingen zu suchen, dann können wir anfangen Jesus zu finden. Und wenn wir in seine Richtung schauen, ist er schon da und wartet auf uns.

Katharina Schmolke
Referentin für die Arbeit mit Kindern und Familien im Kirchenkreis Südharz


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