Meldung
Verzehrendes Feuer und brennendes Herz - Christusdorn von H. Neubert
Sonnabend, 05. April 2025, 07:55 Uhr
(re) Zwei Monatssprüche begleiten uns in der nächsten Zeit.
Über dem Mai steht: Zu dir rufe ich, HERR; denn Feuer hat das Gras der Steppe gefressen, die Flammen haben alle Bäume auf dem Feld verbrannt. Auch die Tiere auf dem Feld schreien lechzend zu dir; denn die Bäche sind vertrocknet. Joel 1, 19-20
Solche Bilder erreichen uns in den Nachrichten: Waldbrand im Harz, in Kalifornien, Steppenbrände in Australien und sogar in Sibirien. Wird uns das im Sommer wieder erwarten? Können wir etwas tun, um zu helfen?
Ich sehe aber auch vor mir die verbrannten Städte in der Ukraine, in Gaza, im Libanon.
Wir haben - Gott sei Dank - seit 80 Jahren Frieden in unserem Land, 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Damals sahen auch unsere Städte so aus. Beim Einmarsch der amerikanischen Truppen in den Tagen ab dem 10. April 1945 brannten auch in unseren Dörfern Höfe und Ställe, Soldaten fielen noch im längst sinnlos gewordenen Krieg.
Der war entfacht worden durch ein Begeisterungsfeuer, das die Nazis fanatisch nannten. Wo glühend Begeisterte blindwütig dreinschlagen kommen keine Fragen mehr auf, da folgt blinder Eifer rücksichtslos den vom Führer gesetzten Zielen. Die deutschen Truppen hinterließen in der Ukraine und in Weißrussland, in den Niederlanden und Frankreich verbrannte Erde, im Bombenkrieg kam das Feuer in die deutschen Städte zurück.
Von einem ganz anderen Feuer ist in dem Spruch für April die Rede:
Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete? Lukas 24, 32
Zwei Jünger sind auf dem Weg von Jerusalem in ihr Heimatdorf Emmaus. Sie sind völlig durcheinander. Jesus war hingerichtet worden wie ein Verbrecher, und jetzt erzählen welche, er sei wieder lebendig, auferstanden! Kann man das glauben? Nur Gerede von Frauen, die vor Trauer nicht wissen, was sie sagen?
Da gesellt sich Einer zu ihnen, redet freundlich. Er öffnet ihnen die Augen für den größeren Zusammenhang von Gottes Handeln. Und da erkennen sie ihn. Es ist Jesus selbst, der mit ihnen spricht. Dieses freudige Wiedererkennen entzündet ihr Herz. Sie brechen sofort wieder auf, mitten in der Nacht, um ihren Freunden von der Begegnung zu berichten. Sie sind entflammt von der Begeisterung. Ich spüre schon, wie sie die anderen anstecken, mit den Begeisterten gemeinsam die Botschaft auszubreiten, das helle Feuer weiterzutragen: Gott ist nicht weit weg: Er geht neben dir, leidet mit dir und freut sich mit dir am Leben.
Immer hat es solche Menschen mit brennenden Herzen gegeben, bis in unsere Tage. Liebesglut ist das Gegenfeuer zum Hass. Das Feuer der Begeisterung für Jesus wird zur Liebesglut. Aus ihr gewinnen wir Energie, sie leuchtet in unseren Verstand und wärmt unser Handeln.
Prädikantin Hildigund Neubert
zum Überblick