Meldung

Bronzetafel für Stöckey - Rückblick

Montag, 27. April 2026, 08:08 Uhr
Dr.es Ruß vor der Bronzetafel (Foto: Dr. Gabriele Ruß) Dr.es Ruß vor der Bronzetafel (Foto: Dr. Gabriele Ruß)
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz informiert: Bronzetafel für Dorfkirche Stöckey erinnert auch an engagierte Förderin

Von links 1.Reihe  Pfarrer Dirk Lehner, Doris Grundmann (GKR) Frau Ruß / 2.	Reihe  Sabine Heydrich (GKR), Sixtus Hermanns (Architekt), Frau Dr. Dorothe Trouet (Referentin Stifter-Service DSD), Herr Dr. Ruß (Sohn der Spenderin) / 3.Reihe  Falk Apel (Ortsbürgermeister), Marco Ritschel (GF bauausführende Firma) (Foto: Dr. Gabriele Ruß) Von links 1.Reihe Pfarrer Dirk Lehner, Doris Grundmann (GKR) Frau Ruß / 2. Reihe Sabine Heydrich (GKR), Sixtus Hermanns (Architekt), Frau Dr. Dorothe Trouet (Referentin Stifter-Service DSD), Herr Dr. Ruß (Sohn der Spenderin) / 3.Reihe Falk Apel (Ortsbürgermeister), Marco Ritschel (GF bauausführende Firma) (Foto: Dr. Gabriele Ruß)


Großzügige Unterstützung des Dorfkirchenfonds ermöglichte auch Hilfe für die Stöckeyer Kirche.
Die Bronzetafel, die am Dienstag, den 28. April 2026, um 15.00 Uhr an der evangelischen St. Marienkirche in Stöckey enthüllt wird, erinnert nicht nur an die Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für die Sanierung der Kirche, sondern auch an eine verstorbene Förderin, die den Stiftungsfonds Dorfkirchen der DSD über Jahrzehnte großzügig unterstützt hat: Gabriele Ruß lebte in Bamberg und war promovierte Historikerin. Die Kirche in Stöckey steht als aktuelles Förderprojekt stellvertretend für die mehr als 150 Dorfkirchen, die mit Hilfe des Fonds bisher saniert und erhalten werden konnten.
„Es war meiner Mutter ein Bedürfnis, die oft mittellosen Landgemeinden nach der Wende beim Erhalt der Mittelpunkte ihrer Dörfer zu helfen. Zunehmend wurden die ‚Schönen vom Lande‘, wie die Kirchen in den Kalendern der Stiftung hießen, ihre Favoriten. Der Kalender der Stiftung hing über viele Jahre in ihrer Küche“, erzählt der Sohn von Gabriele Ruß, Dr. Norbert Ruß.
Besichtigung der Kirche (Foto: Dr. Gabriele Ruß) Besichtigung der Kirche (Foto: Dr. Gabriele Ruß)

In seinem Beisein wird die Gedenktafel mit dem Text „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und ihren Stiftungsfonds Dorfkirchen in Gedenken an Dr. Gabriele Ruß (1924-2024)“ angebracht. Gemeindekirchenratsvorsitzende Sabine Heydrich und Sixtus Hermanns vom Ingenieurbüro Hermanns aus Bleicherode, der die Instandsetzung der Kirche als Architekt betreut hat, werden ebenfalls dabei sein, sowie auch Dr. Dorothe Trouet von der DSD, die den Stiftungsfonds Dorfkirchen betreut.
Besichtigung der Kirche (Foto: Dr. Gabriele Ruß) Besichtigung der Kirche (Foto: Dr. Gabriele Ruß)

Mit insgesamt 55.000 Euro konnte die DSD die Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten am Dach des Langhauses der Kirche unterstützen. Davon trug der Stiftungsfonds Dorfkirchen, den Gabriele Ruß so lange unterstützt hat, 20.000 Euro bei.
„Private Förderer wie Dr. Ruß ermöglichen es uns, mit Hilfe des Dorfkirchenfonds gefährdete Dorfkirchen in den östlichen Bundesländern zu bewahren. Das gemeinschaftliche Engagement verbindet, stärkt den sozialen Zusammenhalt und trägt dazu bei, wertvolle und einzigartige Kunstschätze für kommende Generationen zu erhalten“, sagt Dr. Dorothe Trouet.
Dieser wurde 1993 unter dem Motto „Rette mit, wer kann“ von der DSD ins Leben gerufen. Gefördert wird der Erhalt von gefährdeten Dorfkirchen in den neuen Bundesländern. Der Fonds wurde wenige Jahre nach der Wende aus der Intention heraus gegründet, den reichen Schatz an Dorfkirchen in Ostdeutschland zu retten und zu bewahren, bevor er unwiederbringlich verloren geht. Denn auch, wenn sich zu DDR-Zeiten engagierte Bürger und Gemeinden für den Erhalt ihrer Kirchen eingesetzt haben, so waren die finanziellen Ressourcen und oftmals auch die Baustoffe sehr begrenzt. Es galt daher, schnell zu handeln.
In den folgenden Jahren wuchsen die Zahl der Förderer und Förderinnen des Dorfkirchenfonds und das Kapital des Fonds, aus dessen Erträgen der Erhalt der Kirchen gefördert werden und so eine nachhaltige Form der Unterstützung bieten kann.
Seit 1993 konnte ein Kapitalstock von mehr als 15 Millionen Euro aufgebaut werden, aus dessen Erträgen im Laufe der Jahre fast 1,9 Millionen Euro an die mehr als 150 Dorfkirchen, die bisher unterstützt worden sind, weitergegeben werden konnten. „Die Arbeit des Fonds ist aber noch lange nicht beendet, denn es sind noch viele Dorfkirchen in den östlichen Bundesländern vom Verfall bedroht“, so Dorothe Trouet.
Dr. Ruß enthüllt die Bronzetafel (Foto: Dr. Gabriele Ruß) Dr. Ruß enthüllt die Bronzetafel (Foto: Dr. Gabriele Ruß)

Hintergrundinformation
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.
Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht.

zum Überblick